Alle konventionellen Imkerinnen und Imker, welche die gesetzlichen Bestimmungen einhalten, produzieren einwandfreie Produkte. Bioimkerinnen und Bioimker unterziehen sich allerdings freiwillig zusätzlicher Kontrollen eines Bioverbandes. Der wesentliche Unterschied liegt in der Art und Weise wie die Bienen  gehalten werden und welche Mittel zur Varroabekämpfung verwendet werden.
 
Viele konventionelle Imkerinnen und Imker erfüllen die Kriterien einer Bioimkerei wollen aber den enormen finanziellen und zeitlichen Aufwand, den Biokontrollen verursachen, nicht auf sich nehmen.
 
Im Artikel ,,Grundsätze der ökologisch orientierten Bienenhaltung“ führt IM Hans Rindberger diese Grundsätze näher aus.

Grundsätze der ökologisch orientierten Bienenhaltung

Die Bezeichnungen „Öko“ und „Bio“ im Bio-Landbau sind seit 1993 von der Europäischen Union per Verordnung geschützt und dürfen nur von zertifizierten Lebensmittel-Erzeugungsbetrieben verwendet werden.

 Die griechischen Silben „BIO“ und „ÖKO“, die Leben bzw. Umwelt bedeuten, werden gleichwertig benutzt. Beide werden im Zusammenhang mit Lebensmitteln gleichermaßen für Produkte, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erzeugt und verarbeitet werden, verwendet.

Eine Zertifizierung wird von staatlich anerkannten Kontrollfirmen durch laufende Kontrolle der vorgegebenen jeweiligen Richtlinien nach einer gewissen Umstellungszeit vergeben.

Bei der ökologischen Bienenhaltung sind nur so genannte alternative Mittel und Bearbeitungen zur Varroabekämpfung gestattet. Diese werden auch in den Richtlinien zur Varroabekämpfung vom Gesundheitsreferat des ÖIB und vom Institut für Bienenkunde der AGES für die Konventionellen Imkerinnen und Imker empfohlen. Informationen dazu gibt es in den Bio-Richtlinien für Bienenzucht.

 
 
 

Wie ist das nun bei der Bienenhaltung?

Für die Bienenhaltung gibt es eigene Richtlinien, die für eine Zertifizierung einzuhalten sind. In der Praxis geht es in erster Linie um die Bienen. Die Vorgaben haben aber auch eine Bedeutung für die Produktqualität.

Als erste und wesentliche Vorschrift unter anderem ist wohl die Verwendung von rückstandsfreiem Wachs anzuführen. In den letzten Jahrzehnten haben sich durch Anwendungen verschiedenster Medikamente zur Bekämpfung von Varroamilbe und Wachsmotte Anreicherungen in Form von Rückständen dieser Mittel im Bienenwachs gebildet. Diese Rückstände sind sehr stabil, das heißt: auch durch derzeitige Nichtanwendung problematischer  Mittel werden diese Altlasten nicht abgebaut.
Ein verunreinigtes Wachs kann man nicht als naturnah bezeichnen. Es bildet eine Gefahr für die darin erzeugten Produkte, in erster Linie für Propolis und Wabenhonig. Die Rückstände im Wachs führen durch Dauereinwirkung zu einer weiteren ungünstigen Auslese der Varroamilbe (Resistenz).

 

Die Selektierung der Varroa hat derzeit schon ein sehr hohes Niveau. Wir wären froh, wenn wir mit der „alten“ oder zumindest mit der derzeitigen Varroa weiter imkern könnten. Durch die nach wie vor von einigen Imkern praktizierte Anwendung von harter Chemie bei der Bienenhaltung ist eine weitere Selektierung nicht auszuschließen.
Viele Imkerinnen und Imker betreiben aus diesen Gründen derzeit schon ihren eigenen Wachskreislauf. Das ist zum Teil mühsam, besonders dann, wenn der Bienenbestand eher klein ist. Wirklich sinnvoll ist dieser Wachsumtrieb nur dann, wenn Sicherheit auf Rückstandsfreiheit gegeben ist. Man kann dies kostengünstig durch eine Untersuchung bei den Landesverbänden feststellen lassen.

Bei der ökologischen Bienenhaltung sind nur so genannte alternative Mittel und Bearbeitungen zur Varroabekämpfung gestattet. Diese werden auch in den Richtlinien zur Varroabekämpfung vom Gesundheitsreferat des ÖIB und vom Institut für Bienenkunde der AGES für die Konventionellen Imkerinnen und Imker empfohlen. Informationen dazu gibt es in den Bio-Richtlinien für Bienenzucht.

Wie ist das mit der Abgrenzung?

Eine Zertifizierung ist mit Kosten verbunden. Die Kontrolle verursacht auch bei kleinen Bienenbeständen einen bestimmten Aufwand. Ist eine Imkerei eher klein (ein Hausbienenstand), etwa drei bis zehn Bienenvölker, ist eine Zertifizierung vielleicht nicht sinnvoll, außer man will es. Die wirtschaftliche Bedeutung ist hier nicht unbedingt gegeben. Erst wenn der Verkauf der Produkte einen gewissen Umfang erreicht, hat eine organisierte Abgrenzung einen Sinn.

Die Vorgaben des Öko-Landbaues bzw. der ökologischen Bienenhaltung sollen und können auch ohne Kontrolle eingehalten werden. Zu empfehlen sind vor allem das rückstandsfreie Wachs und die Verwendung von Holzbeuten für die Bienen. Hinweise auf Öko-Imkerei sind jedoch ohne Zertifizierung nicht gestattet. Wir wollen auf keinen Fall eine Polarisierung zwischen konventionellen Imkern und Bio-Imkern herbeiführen. Das Ziel des Österreichischen Imkerbundes ist eine Annäherung der Imkerschaft an eine naturnahe ökologische Bienenhaltung zu fördern. Es ist dabei notwendig, die Differenzen zwischen diesen Bereichen anzuführen.

Jede Imkerin und jeder Imker ist bestrebt den betreuten Bienenvölkern die beste Pflege angedeihen zu lassen und eine ausgesuchte Bienenweide zur Verfügung zu stellen. Man kann die Bienen aber auch übertrieben pflegen. Aus der Erfahrung wissen wir, dass gerade bei kleinen Bienenbeständen die Neugierde auf das Innenleben des Bienevolkes eigentlich zu groß ist und deshalb dieser Organismus zu oft gestört wird. Die Störung des Bienenvolkes durch den Einsatz des Absperrgitters ist sehr vielen Bienenhaltern nicht bewusst. Weiters hat der Bienenhalter sehr oft keinen Einfluss auf die umgebende Bienenweide. Geht es um größere Bienenbestände mit wirtschaftlicher Ausrichtung, müssen die Aufstellplätze sorgsam ausgesucht werden. Besteht durch die Umwelt oder landwirtschaftliche Intensivkulturen Gefahr für die Bienen und deren Produkte, ist eine dortige Platzierung von Bienenständen zu vermeiden. Der oder die Bienenhalter sind dafür verantwortlich. Wir sind nicht nur Anwälte unserer Honigbienen, sondern müssen auch im Umgang mit unseren Schützlingen noch größere Sensibilität aufbringen.

Einige wichtige Anregungen:
Neueinsteiger sollten als wichtige Maßnahme ihre Bienenhaltung mit rückstandfreiem Wachs und Vollholzbeuten beginnen und nach Möglichkeit das Absperrgitter vermeiden. Eine spätere Zertifizierung ist damit mit weniger Aufwand verbunden. Jede praktizierende Imkerin/Jeder praktizierende Imker, Vereinsobleute, ökologisch orientiert oder nicht, sollte bei diesbezüglichen Anfragen von Neueinsteigern in die Bienenhaltung entsprechende Auskünfte und Anregungen geben. Auch im Hinblick auf den Bereich der Apitherapie ist das Imkern auf rückstandsfreiem Wachs eine der Voraussetzungen. Die weiteren Vorgaben für die ökologische Bienenhaltung sind ohne größeren Aufwand einzuhalten.

Hauptaufgabe des neuen Referates für ökologische Bienenhaltung wird die Beratung und Auskunftserteilung in den angeführten Bereichen sein. Für interessierte Imkerinnen und Imker gibt es bei den Landesverbänden auch Kurse für ökologische bzw. biologische Bienenhaltung.
Diesbezügliche Auskünfte erteilen auch die Bio-Austria Landesverbände.
Informationen zur zertifizierten Bienenhaltung bzw. die Richtlinien dafür gibt es bei http://www.infoxgen.com – Betriebsmittel/ Downloads – Biologisch Imkern.

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